14.04.2019  07:55 Uhr  Alter: 10 Tage
Von: Hartmut Gerlach

FC Einheit Rudolstadt – FC Eilenburg 2:2 (0:1)

Gastgeber erneut mit großer Moral gegen eine weitere Spitzenmannschaft

Wenn man, wie der FC Einheit, gegen eine weitere Oberliga-Spitzenmannschaft, nach zweimaligem Rückstand noch einen Punkt holt, dann kann ein Trainer schon mal den symbolischen Hut vor der Moral seiner Schützlinge ziehen. Das tat Holger Jähnisch nach dem Schlusspfiff noch auf dem Spielfeld im traditionellen Spielerkreis. Hingegen war Kollege Nico Knaubel mit der Vorstellung seiner Elf unzufrieden. „Fußballerisch war es heute sehr, sehr fahrig und nicht schön.“

Und obwohl mit Markus Güttich, Georg Kaiser, Sven Ruprecht und Arne Reetz gleich vier wichtige Akteure fehlten - das wollte der Einheit-Coach mit Verweis auf die anderen Akteure seines Aufgebotes gar nicht als wichtig gelten lassen - begann der Gastgeber die Partie gegen den Tabellenvierten, der, so war in einer Vorschau zu lesen, den 3. Platz längst noch nicht aufgegeben hat, mutig und couragiert. Eilenburg wurde in den ersten 15 Minuten schon tief in seiner Hälfte attackiert und am geordneten Spielaufbau gehindert. Das gefiel dne Muldestädtern gar nicht und so produzierten sie den einen oder anderen Fehlpass. Doch die Hausherren konnten daraus kein Kapital schlagen, selbst wenn sie bei einem 22-Meter-Freistoß von Marco Riemer (5.), der in der Kleingartenanlage endete, beim 25-Meter-Hammer von Robert Bismark, den Eilenburgs Keeper Andreas Naumann aus dem Winkel kratzte (10.) und vor allem beim Schuss von Raul Amaro nach sehr gutem Zuspiel von Hans Oeftger (13.) das 1:0 gleich drei Mal der Führung sehr nahe waren. Und es gab noch einige weitere gute Angriffsansätze, die aber mehrfach durch Abseitspositionen nicht abgeschlossen werden konnten.

Dann die erste kalte Dusche für die Grün-Gelben. Aus dem Nichts heraus ein Foul am Strafraumeck von Riemer. Der unmittelbar daneben stehende Unparteiische Magnus-Thomas Müller aus Weißenfels zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Henrik Jochmann verwandelte, wobei Adam Marczuk am flach ins Eck gezirkelten Ball fast noch dran war (25.).

Dieser unverhoffte Treffer aus dem Nichts heraus, hinterließ bei der Einheit deutliche Spuren. Beleg dafür eine chaotische Situation im Strafraum als es den Rudolstädter Verteidigern mehrfach nicht gelang, die Kugel aus der bedrohten Zone zu schlagen und Eilenburg zum Glück nur den Pfosten traf (27.).

Doch die Platzherren überstanden die kritischste Phase im ersten Durchgang und setzten mit dem Kopfball von Riemer nach der 3. Ecke, den ein Eilenburger von der Linie holte (35.), wieder ein Signal in der Offensive. Bis zum Pausenpfiff des Referees, der mit dem anständig geführten Spiel keine Mühe hatte und mit zwei Verwarnungen auskam, war die Begegnung dann von Aktionen zwischen den Strafräumen geprägt, wobei der Gast etwas mehr Ballbesitz hatte. Dennoch „meckerte“ der Eilenburger Cheftrainer über die ersten 45 Minuten: „Wir waren extrem ballunsicher, haben fahrlässig gespielt und viele Bälle, die wir zuvor geholt hatten, wieder hergeschenkt.“ Ein Zwischenfazit, mit dem er auch die komplette 2. Halbzeit seiner Mannschaft kennzeichnete.

Kurz vor dem Wechsel dann noch eine Schrecksekunde, als ein Rückpass zu Marczuk immer langsamer wurde und der Rudolstädter Schlussmann mit einem Sprint aus seinem Kasten die Gefahr gerade noch entschärfen konnte (43.).

In der Pause blieb der angeschlagene Vincent Michl in der Kabine. Für ihn kam das 18-jährige Eigengewächs Markus Baumann, der das Vertrauen des Trainers erneut rechtfertigte. Gehörten die ersten fünf Minuten nach Wiederbeginn den Sachsen, so erkämpfte sich Rudolstadt danach immer mehr Feld- und auch Chancenvorteile. Aber die Möglichkeiten von Riemer, der bei seinem Abschluss aus zehn Metern seinen Teamgefährten Lukas Schirrmeister traf (53.) und von Oeftger, der sowohl bei seinem Schuss (56.) als auch bei seiner Eingabe aus freier Position kein Glück hatte (59.), brachten nichts Zählbares. Doch nach 65 Minuten belohten sich die Einheimischen für ihren Willen, nicht als Verlierer vom Platz zu gehen. Nach einem Doppelpass zwischen Schirrmeister und Tim Rühling setzte Letzterer Raul Amaro in Szene und der jagte das Spielgerät aus halblinker Position ins Eck.

Doch kurz darauf der nächste Nackenschlag für die Einheit. Erneut gab es Strafstoß, als George Seturidze seinen Gegenspieler erst im Strafraum attackierte. Gab es bei der ersten Elfmeterentscheidung kaum Proteste der Rudolstädter, wollte der „Sünder“ den Pfiff diesmal nicht wahrhaben, sah wegen Reklamation gelb und haderte noch lange nach Spielende mit dem Elfer. Wiederum ließ Jochmann Marczuk keine Chance (69.).

Aber der Tabellenelfte kam wieder zurück. Nach einer Gelegenheit von Riemer (74.) und einem Freistoß von Raul Amaro in die Kastanien (77.), schlug es in der gegnerischen Box ein. Der Kapitän beförderte den Ball technisch gekonnt als Aufsetzer und 16 Metern ins Eck (82.).

„Dass wir auch nach dem zweiten Elfer wieder zurückgekommen sind, alles nach vorn geworfen haben und den Punkt wieder geholt haben, ist à la bonne heure. Unter dem Strich ein verdienter Punkt gegen eine Klassemannschaft“, resümierte Holger Jähnisch. Und Nico Knaubel meinte zur Pressekonferenz: „Wir können hinten heraus ganz glücklich sein, dass wir den Punkt geholt haben. Je mehr die Spielzeit andauerte, desto mehr waren unsere Kräfte weg und wir hatten keine Entlastung mehr.“

Die Statistik

FC Einheit:

Marczuk, Seturidze, Szymanski, Riemer, Rühling, Bismark, Schirrmeister (90.+2 Hodek), Raul Amaro (85. Thönnessen), Oeftger, Michel (46. Baumann), Schlegel

FC Eilenburg:

Naumann, Sauer (90. Vogel), Hofmann, Dietrich, Heidel, Kummer, Majetschak, Jochmann (71. Stanzel), Luis, Dimespyra (71. Bunge), Vetterlein

Schiedsrichter: Magnus-Thomas Müller (Weißenfels), Zuschauer: 108

Torfolge: 0:1 Jochmann (25.) Jochmann/Foulelfmeter), 1:1 Raul Amaro (65.), 1:2 Jochmann (69.), 2:2 Riemer (82.)

Fotos: Achim Freund

Es folgt am Montag noch die Presseschau mit dem Bericht aus der Sicht von Eilenburg und die Meinung der Trainer in der Pressekonferenz. Und dazu natürlich weitere tolle Fotos von Achim Freund.