03.06.2019  07:02 Uhr  Alter: 110 Tage
Von: Hartmut Gerlach

TV Askania Bernburg – FC Einheit Rudolstadt 1:2 (1:1)

Auswärtssaison mit 20 Punkten beendet

Der letzte Auswärtssieg der Rudolstädter beim TV Askania Bernburg reicht bis in die Hinrunde der Saison 2014/15 zurück. Damals gewann der FC Einheit beim damaligen Aufsteiger mit 1:0. Danach gelangen der Mannschaft von Holger Jähnisch nur noch zwei Unentschieden. Das 2:1 im letzten Auswärtsvergleich in diesem Spieljahr ist somit das erste nach einer langen Durststrecke und der insgesamt fünfte Sieg in fremden Stadien. Hinzu kommen fünf Remis und fünf Niederlagen. Damit ist die Auswärtsbilanz der Grün-Gelben im siebten Oberligajahr mit 20 Punkten unabhängig vom Ausgang der Abschlusspartie am Pfingstsonntag gegen den VFC Plauen schon jetzt besser als die in heimischer Umgebung.

FC-Coach Holger Jähnisch wollte die mehr als 180 Kilometer lange Rückreise mit drei Punkten antreten. Für dieses Unterfangen fehlten ihm Robert Bismark, Raul Amaro, Vincent Michl, Markus Baumann und auch Marco Riemer, der zunächst auf der Bank Platz nahm.

Die erste Halbzeit begann mit verteiltem Spiel zwischen den Strafräumen, wobei die Kontrahenten aufgrund der Wetterverhältnisse zu Beginn noch nicht höchstes Tempo gingen. Dennoch zog Jähnisch den Hut vor beiden Teams: „Es war schon ein Stück weit brutal unmenschlich, was beide Mannschaften angesichts der Temperaturen heute gelaufen sind.“

Es dauerte bis zur achten Minute, ehe es eine verheißungsvolle Situation zu registrieren gab. Tim Rühling startete relativ unbedrängt auf rechts durch, doch seine Eingabe misslang. Im Gegenzug gab es nach einem Foul der Gäste Freistoß für Bernburg. Aber den jagte man aus 20 Metern in den Himmel (9.).

Danach passierte in den Strafräumen recht wenig und erst nach 21 Minuten war ein Treffer möglich. Patrick Schlegel entwischte der Askania-Deckung, hatte nur noch den gegnerischen Keeper vor sich, verzog aber. Danach wurden diagonale Bälle auf die Außen das taktische Mittel, mit dem die Gegner zum Erfolg kommen wollten.

Nach der Trinkpause wollte Torhüter Adam Szymanski einen Angriff schnell machen. Doch der Ball wurde zur Vorlage für den TV. Der FC-Schlussmann machte aber seinen Fehler wieder gut und fischte die Kugel aus dem Winkel (31.).

Aber der nächste Patzer der Rudolstädter Abwehr führte zum 1:0 für den Gastgeber. Der jungen Lukas Szymanski, der eine sehr gute Saison gespielt hat, vertändelte den Ball gegen Max Kretschmer. Der nahm das Geschenk dankend an und netzte ein. (38 .). Doch der Gast schlug zurück. Eine Seitenverlagerung von Tim Rühling erreichte Hans Oeftger. Der flankte von rechts präzise nach innen, wo Patrick Schlegel mit einem Kopfball entgegen der Laufrichtung lehrbuchmäßig aus acht Metern einköpfte (45.). „Das war kurz vor der Halbzeit wichtig“, befand Jähnisch. In der Pause habe es jedoch viel zu besprechen gegeben, unter anderem, wie man die Räume besser bespielen und energischer zum Torabschluss kommen könne.

Das setzte die Einheit schon beim ersten Angriff nach Wiederbeginn - zuvor hatten die Hausherren zwei Minuten lang das Tor des Gegners belagert - mustergültig um. Oeftger brachte Sven Rupprecht in Stellung. Der umkurvte noch zwei Gegenspieler und zog mit links aus elf Metern ab. Das Spielgerät schlug unhaltbar im rechten Eck zum 2:1 ein (47.).

Mit dem Vorsprung im Rücken ließ Rudolstadt den Kontrahenten kommen, um selbst Konter zu starten. Für die gab es auch einige verheißungsvolle Ansäterz, doch zu oft war der Finalpass zu ungenau oder der Ball ging zu schnell und leichtfertig verloren. Dennoch gab es Chancen für Oeftger (59.) und den eingewechselten Leo Gehrmann (64.). Der TV Askania agierte zwar druckvoll, doch ihm habe im Torraum die Durchschlagskraft gefehlt, monierte Trainer Tobias Donath.

Immer wieder konnte die Rudolstädter Deckung mit dem herausragenden Innenverteidigern Georg Kaiser und Lukas Szymanski, denen die Abwehrspieler auf den Außenbahnen, Markus Güttich und George Seturidze, kaum nachstanden, bei Eingaben oder Schüssen klären, sodass Marczuk, der sehr konzentriert blieb, nicht eine hochkarätige Möglichkeit der Platzelf bereinigen musste. Beim Schuss ans Außennetz von Tom Fraus (53.) musste er ebenso wenig eingreifen wie bei dem von Nicolas Weber (82.). Ein weiterer Versuch eines Askania-Akteurs ging knapp drüber (68.).

Ausgesprochenes Pech hatte Marco Riemer. Der lange verletzte Routinier knickt kurz nach seiner Einwechslung um und musste den Platz nach nur fünf Minuten wieder verlassen.

Er sei mit dem Ausgang des Spiels nicht einverstanden und auch nicht zufrieden. Seine Mannschaft hätte bei diesem Ballbesitz mehr Zählbares erreichen müssen, resümierte Donath. Kollege Holger Jähnisch sprach von einem verdienten Sieg für seine Mannschaft, die kaum etwas zugelassen habe.

Die Statistik

TV Askania

Stamer, Dabel, Weber, Fraus, Keska (63. Podleska), Klitscher, Kretschmer, Hinrichsmeyer (83. Böhne), Dierichen, Bochmann, Salis

FC Einheit:

Marczuk, Seturidze, Kaiser, Szymanski, Güttich, Thönnessen, Schirrmeister, Rühling (78. Riemer, 83. Reetz), Oeftger, Rupprecht (61. Gehrmann), Schlegel

Schiedsrichter: Justin Weigt (Zossen), Zuschauer: 84

Torfolge: 1:0 Max Kretschmer (38.), 1:1 Patrik Schlegel (45.), 1:2 Sven Rupprecht (47.)