23.08.2019  13:48 Uhr  Alter: 104 Tage
Von: Hartmut Gerlach

Im Porträt: Nils Halbauer, Neuzugang vom FC Carl Zeiss Jena II

20-Jähriger ist zurzeit verletzt/Hoffnung auf eine Rückkehr in knapp zwei Monaten

Als sich der Vereinssprecher vor einigen Tagen mit Nils Halbauer traf, um etwas über die Biographie des 20-Jährigen zu erfahren und dies natürlich auch zu veröffentlichen, da ahnten die Gesprächspartner nicht, dass das Porträt über den gebürtigen Altenburger mit einer Krankenstandsmeldung beginnen muss.

Denn in dem befindet sich Nils zurzeit. Er verletzte sich nach 17 Minuten im Oberligaheimspiel gegen Union Sandersdorf am 17.08. nach einem Zweikampf an der Außenlinie auch zum Entsetzen seiner Eltern, die kaum ein Spiel ihres Filius verpassen. „Ich habe den Ball noch erwischt und nach außen gespielt. Dabei habe ich einen kleinen Rempler gekommen und bin, da ich nur auf einem Bein stand, umgenickt.“

Glück im Glück, die schlimmsten ersten Befürchtungen, nämlich die, dass es ein Kreuzbandriss sein könnte, haben sich nicht bestätigt. Das wichtige Knieorgan ist wie auch der Meniskus „nur“ überdehnt. Hingegen ist ein Band gerissen. Und, auch das ist durchaus bei allem Unglück, eine gute Fügung: Eine Operation ist nicht nötig. Es reicht eine Knieorthese, die Nils jetzt sechs Wochen tragen muss. Zwar sagt er Arzt, so der Verletzte, es würde insgesamt zwei Monate dauern, bis er wieder Fußball spielen könne, aber Nils Halbauer ist optimistisch, dass das schon eher der Fall sein könnte. „Ich habe fast gar keine Schmerzen mehr und hoffe, bald Rad fahren zu können“, sagt er.

Damit ist dieses unerfreuliche Kapitel abgehakt und wir können uns dem Neu-Jenaer zuwenden. Blicken wir kurz auf die Schulzeit mit Grund - und Regelschule in Schmölln und ab Klasse 7 Sportgymnasium in Jena. Dort legte er ein nach eigenem Bekunden ordentliches Abitur ab. Das berechtigt ihm zum Studium für Erziehungswissenschaft und Psychologie. Das beginnt im Oktober und Nils glaubt, dass diese Fachrichtung auf Grund seiner Kontaktfreudigkeit die richtige ist, zumal er dann Menschen helfen kann, denen es nicht so gut geht.

Mit dem Fußball hat er schon früh, nämlich mit fünf Jahren beim SV Schmölln 1913 begonnen. Die nächste Station war die beim nicht weit entfernten ZFC Meuselwitz. Mit elf wechselte Nils in das Nachwuchsleistungszentrum des FC Carl Zeiss Jena. Es folgte eine Laufbahn durch alle Jugendmannschaften des Clubs bis hin zur Zweiten in der Oberliga bei Trainern wie Frank Trillhose, Georg-Martin Leopold und Christian Fröhlich.

Klar, dass er im Drittligaclub gut ausgebildet wurde. „Ich kann mich im Eins zu eins in der Offensive ganz gut durchsetzen, kann vernünftig flanken und gute Pässe spielen“, sagt er über seine Vorzüge. Arbeiten müsse er noch am Kopfballspiel und an der Athletik. Seine Lieblingsposition ist die im rechten Mittelfeld. Aber auch auf der rechten Abwehrseite kommt er gut klar.

Wenn er mit dem Studium beginnt, wird das Zeitbudget natürlich noch geringer. Das will er nutzen für Volleyball und das Treffen mit Freunden. Auf seine Freundin muss er allerdings verzichten. Denn sie studiert seit wenigen Wochen in den USA und kommt wohl erst zu Weihnachten auf Urlaub wieder in die Heimat. Aber Nils wird sie im Dezember nach den Punktspielen besuchen und sie nach Hause begleiten.

Bleibt abschließend die obligatorische Frage nach der Eingewöhnung im neuen Verein. Über den kann sich Nils nur positiv äußern. „Ich bin gut aufgenommen worden und habe mich rasch eingelebt. Die Jungs in der Mannschaft sind alle sehr ordentlich und mit gefällt es auch im Verein sehr gut“, lautet sein Urteil. Bleibt dem Verfasser nur der Wunsch nach schneller Genesung!

Unsere Porträtreihe wird fortgesetzt.