11.05.2017  09:00 Uhr  Alter: 191 Tage
Von: Hartmut Gerlach

Gunter Franke verlässt die Einheit nach 47 Jahren

Veraschiedung vor dem Spiel der Ü50

Sein Markenzeichen ist das Passspiel mit dem Außenrist. Diese Technik beherrscht Gunter Franke wie kaum ein anderer. 47 Jahre hat der Leiter des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation, Katasterbereich Saalfeld, dies bei Einheit Rudolstadt in vielen Fußballspielen gezeigt. Die hat er nicht gezählt, aber an manche Daten kann er sich gut erinnern. So an den Einstieg mit elf Jahren. Einer seiner Trainer war Gerd Pezoldt, vom dem heute noch viele Rudolstädter, die beim ihm ausgebildet wurden, mit großer Hochachtung sprechen. Der erkannte das Talent früh und delegierte ihn auch ins Trainingszentrum, wo man, so wie heute in den DFB-Stützpunkten, zusätzlich gefördert wurde. Hier lernte Franke auch Kicker aus anderen Vereinen des Kreises kennen.

Im Nachwuchs des Vereins hat der Mittelfeldspieler mit starker Offensivausstrahlung alle Altersklassen durchlaufen, um schon mit 18 im Spieljahr 1977/78 den Sprung in die 1. Mannschaft zu schaffen. Dort gab er jedoch vorerst nur ein kurzes Gastspiel, denn der NVA-Wehrdienst stand an. Bei Vorwärts Leipzig konnte der heute 58-Jährige auch Fußball spielen. Zurück in seine Heimatstadt freute man sich über die Verstärkung. Gunter war maßgeblich an einem der größten Erfolge in der Vorwendevereinsgeschichte beteiligt - dem Aufstieg in die Bezirksliga, damals die dritthöchste Spielklasse in der DDR - in der Saison 1988/89.

Wenige Monate später kam die Wende und im regionalen Fußball änderte sich vieles, auch die Strukturen. Aus der BSG Einheit Rudolstadt wurde für einige Zeit der FC Rudolstadt/Schwarza und die 1. Mannschaft spielte unter diesem Namen bis 1994/95 in der Bezirksliga. Noch bis 1990/91 war Gunter Franke dabei und bestritt in seiner letzten Saison 15 Partien (ein Tor).

Aber das Aufhören mit dem Fußball kam für den laufstarken Rudolstädter natürlich nicht in Frage. So kickte er in der 2. Mannschaft und übernahm auch eine Aufgabe als Nachwuchstrainer. Verständlich, denn Sohn Philipp spielte auch bei der Einheit. Gemeinsam mit Matthias Henkel, viele Jahre Mitspieler in der Ersten, zeichnete er für die C- und B-Junioren verantwortlich. Fast schon logisch, dass der Filius dem Vater nacheiferte und genau so früh in der 1. Mannschaft ankam.

Auch im Ehrenamt war Gunter Franke aktiv. Als Schatzmeister brachte er in seiner gewissenhaften Art vor allem die Mitgliederdatei in Ordnung. Mit zunehmendem Alter erfolgte der Wechsel in die Alten Herren Ü35 und später Ü50. Hier spielte der technisch starke und mannschaftsdienliche Franke stets eine wichtige Rolle.

Die beendet er nun. Berufliche Gründe - er wird künftig das Katasteramt Leinefelde-Worbis leiten - und auch private Erwägungen führen ihn nun dauerhaft ins Eichsfeld, in das er seit vielen Jahren an den Wochenenden gependelt ist. „Gunter hinterlässt nicht nur fußballerisch, sondern auch menschlich eine Lücke“, sagte sein jetziger Trainer Matthias Henkel anlässlich der Verabschiedung vor dem Ü50 Spiel der Einheit gegen den FSV Rudolstadt/Ost. Der Beifall seiner Mitspieler zeigt, dass Henkel mit dieser Einschätzung genau richtig lag.