BSG Wismut Gera – FC Einheit Rudolstadt 0:5 (0:0)

Nach einer Stunde den Tor-Turbo gezündet

Nach sieben Wochen coronabedingter Zwangspause konnten sich der klare Spitzenreiter der Thüringenliga, die BSG Wismut Gera, und der Tabellenneunte der Oberliga, der FC Einheit Rudolstadt, unter Einhaltung der behördlichen Regeln, die keine Zuschauer zuließen, wieder einmal zu einem Spiel treffen. Das trug zwar „nur“ Vorbereitungscharakter, war aber für beide Teams auch eine willkommene Gelegenheit, nach einer Trainingswoche eine erste kleine Standortbestimmung vorzunehmen.

Dabei bot sich der Kunstrasen im Stadion am Steg mit einer Mischung aus Schnee und grünem Untergrund, wobei der Dank der Rudolstädter sowohl den Helfern der BSG Wismut für die teilweise Beräumung des Platzes als auch den Offiziellen für die tolle Gastfreundschaft gilt.

Die Kontrahenten, die ehrgeizig zur Sache gingen, waren sofort auf Betriebstemperatur. Einem Schuss von Florian Schubert (1.) stand kurz darauf eine Aktion von Luiz Miguel Schack entgegen (4.). Auch die beiden Eckbälle der Hausherren (5., 6.) beantwortete die Einheit mit zwei Standards vom Fähnchen. Nach einem nicht gut ausgeführten Freistoß der Geraer (10.) und einem weiteren Eckball (11.) ging es im Strafraum des Oberligisten kurzzeitig turbulent zu, aber der FC konnte klären (20.). Dann folgten einige verheißungsvolle Angriffszüge der Grün-Gelben, die jedoch durch Maximilian Schlegel (23., 34., 43.), Marco Riemer (24.), Ron Wachs (36.) und Niklas Fiedler (41.), der nach langer Pause seine Premiere im Einheit-Trikot hatte und auf Anhieb überzeugte, ohne erfolgreichen Abschluss endeten.

Die erste gute Gelegenheit nach dem Wechsel hatte Markus Güttich, dessen Schuss sein Ziel allerdings verfehlte (48.).Der Linksbeiner kickte einst wie der am Samstag überraschend mitwirkende Neu-Niederpöllnitzer Rico Heuschkel schon einmal unterhalb der Heidecksburg, wobei der Torjäger, der auch bei der Wismut und Gera-Westvororte aktiv war, jedoch nur einen Gastspielerstatus besaß. Auch „Güttes“ nächster Versuch brachte nichts Zählbares ein (54.).

Nach einer guten Stunde setzte sich Nils Halbauer auf der rechten Seite durch und fand mit einer präzisen Eingabe Schlegel. Der wuchtete die Kugel aus sechs Metern in die Maschen (61.). Das Tor beflügelte die höherklassige Vertretung, während sich die Wismut jetzt kaum noch in Szene setzen konnte. „Bei uns haben nun die Kräfte nachgelassen. Zudem haben wir viel wechseln müssen. Das hat unsere Struktur kaputt gemacht. Mit weniger Kraft und dem fehlenden Rhythmus ging bei uns der Spielfluss ein Stück weit dahin“, beschrieb BSG-Coach Marcus Dörfer die letzten 30 Minuten seiner Mannschaft.

Die Elf von Holger Jähnisch, der auch alle sieben Auswechselspieler zum Einsatz brachte, zündete nun den Tor-Turbo. Nach einer weiteren Flanke von rechts durch den 19-jährigen Ruben Baumann lenkte Sven Rupprecht ein (68.), Wenig später sorgte ein mustergültiger Pass von Tommy Barth für freie Bahn durch Schlegel und der ließ Schlussmann Maximilian Paul keine Chance (71.). Dann war George Seturidze der Vorbereiter für das 4:0 von Rupprecht. Der umkurvte dabei noch den Torhüter und schob ein (75.). Den Schlusspunkt setzte der damit dreifache Torschütze Maximilian Schlegel. Den erreichte das Leder, nachdem die Geraer Deckung beim Befreiungsschlag nur Wachs anschoss. Er nutzte diese Chance überlegt (83.).

Der Thüringenligist hatte ein mögliches, verdientes Ehrentor auf dem Fuß, aber Andy Haupt scheiterte mit einem Freistoß aus 15 Metern und zentraler Position (90.).

Holger Jähnisch, der sieben Mal wechselte und aus unterschiedlichen Gründen auf Georg Kaiser, Matthias Kühne und Benjamin Bahner verzichten musste, wollte das Ergebnis nicht überwerten und hielt es auch für um ein, zwei Tore als zu hoch ausgefallen. Aber er war natürlich zufrieden und sagte: „Wir haben die erste Trainingswoche hinter uns und sie gut abgeschlossen. Man hat gesehen, dass alle über die Feiertage etwas getan haben. De Spieler waren schon beim Trainingsbeginn am Montag in einer guten körperlichen Verfassung. Das 5:0 ist dennoch gut für das Selbstvertrauen.“

Gegenüber Marcus Dörfer schöpfte Optimismus aus der Stunde, in der seine Mannschaft gut mitgehalten hatte. Er betonte: „Von beiden Seiten, auch von meiner Mannschaft, war es 60 Minuten lang ein gutes Spiel. Rudolstadt hat das dann schon stark gemacht und am Ende war der Sieg auch verdient. Wir hatten nichts mehr entgegen zu setzen. Es war für uns ein guter Test und wir können daraus viel mitnehmen.“

Der FC Einheit plant für den 15. Januar ein weiteres Vorbereitungsspiel beim Ligakonkurrenten FC Carl Zeiss Jena II. Ob das jedoch stattfindet, ist noch unklar, denn nach Aussagen des Oberliga-Staffelleiters will Jena gegen Auerbach spielen.

BSG Wismut Gera

Paul, Haupt, Schubert, Heuschkel, Kießling, Schumann, Güttich, Greif, Zerrenner, Börner Poser (Teichmann, Fritzsche, Tschurtschun, Tolksdorf, Wagner, Weiß)

FC Einheit Rudolstadt

Natradze, Fiedler, Szymanski, Schlegel, Halbauer, Barth, Riemer, Krahnert, Schack, Rühling, Wachs (Bresemann, R. Baumann, Gehrmann, Zarschler, M. Baumann, Rupprecht, Seturidze)

Schiedsrichter: Steffen Läsker

Torfolge: 0:1 Maximilian Schlegel (61.), 0:2 Sven Rupprecht (68.), 0:3 Maximilian Schlegel (71.), 0:4 Sven Rupprecht (75.), 0:5 Maximilian Schlegel (83.)

Alle Fotos von Achim Freund auf der Facebook-Seite des FC Einheit

Hartmut Gerlach

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