FC Einheit Rudolstadt – Bischofswerdaer FV 08 1:1 (1:0)

Auch die Scherben brachten kein Glück

Eigentlich sollen Scherben ja Glück bringen. Doch dieses Sprichwort traf für den FC Einheit im achten Spiel gegen den Bischofswerdaer FV 08 nicht zu. Als Maximilian Schlegel bei einem Abwehrversuch eine Fensterscheibe des Sprecherturms traf (30.) – das war überhaupt zum ersten Mal seit fast 27 Jahren – zerbarst die Scheibe in viele Teile. Glück gab es dennoch, denn der Stadionsprecher und auch die Zuschauer unterhalb des Turms kamen ohne Blessur davon.

Die Einheit konnte, auch weil in mancher Situation das Glück fehlte, im achten Spiel keinen Sieg gegen die Männer aus der Oberlausitz einfahren. Das 1:1 vom Samstag ist das vierte Unentschieden zwischen beiden Teams.

Schon die Anfangsphase machte deutlich, dass es gegen den spielstarken, technisch versierten BFV 08 schwer werden würde. Denn der kombinierte sich nach drei Minuten mit direkten Pässen durch die Deckung der Gastgeber und nur Torhüter Max Bresemann, der den Schuss des freien Joans Krautschick glänzend parierte, war es zu verdanken, dass seine Elf nicht schon früh in Rückstand geriet. Kurz darauf (4.), hatte der FC Glück, dass derselbe Spieler sein Ziel erneut knapp verfehlte.

Dann meldeten sich auch die Einheimischen erstmals beim Schuss von Tom Krahnert (7.), der jedoch über den Balken flog, zu Wort (7.). Die nächste torgefährliche Aktion gehörte erneut dem Gast nach der ersten Ecke. Denn da hatte er mit Jasper Günther und Michal Brandl baumlange, kopfballstarke Akteure. Ans Leder kam aber Spielgestalter Tom Grellmann, der allerdings verzog (9.). „Unsere ersten zehn Minuten war so ein bisschen ein Spiegelbild der Saison. Wir machen aus zwei klasse Chancen kein Tor. Da muss man einfach einen reinsetzen. Wir haben in der ersten Viertelstunde wirklich guten Fußball gespielt“, resümierte Trainer Frank Rietschel die starke Anfangsphase seiner Vertretung.

Denn nun kamen die Heidecksburgstädter. Sie wurden angetrieben vom bärenstarken Florian Giebel, der zunächst mit einem Fallrückzieher auffiel (12.), sich unmittelbar darauf wieder das Leder erkämpfte, mit seinem Abschluss aber nur das Außennetz traf (12.). „Wir haben uns berappelt, kommen besser in die Partie und haben auch vernünftig Fußball gespielt“, kommentierte Holger Jähnisch die Steigerung seiner Schützlinge.

In der Zeit bis zur Pause waren die Grün-Gelben spielbestimmend und der BFV 08 hatte nur durch Leon Hahn eine Möglichkeit (7.). Auf der Gegenseite spielten sich teilweise turbulente Szenen im Strafraum ab. Vor allem nach der Führung der Hausherren für die Abwehrchef Matthias Kühne sorgte. Er köpfte eine Freistoßflanke von Marco Riemer in die Maschen (34.). Danach hätten Riemer (35.), Krahnert nach blendender Vorarbeit von Giebel (37.), Krahnert mit Kopfball (35.) für eine Vorentscheidung sorgen können,. Auch die Dreifachchance der Platzelf (43.) blieb ungenutzt Denn, wie schon erwähnt, auch die Scherben des Sprecherturms brachten diesmal kein Glück.

Aus der Pause kamen die Sachsen wieder mit mehr Schwung. Jetzt habe man auch wieder besser Fußball gespielt und sei in den Zweikämpfen griffiger gewesen, sagte Rietschel. Doch die Einheit überstand die zwei Ecken und hatte beim Solo von Giebel selbst die Chance zu einem weiteren Treffer. Doch die besseren Gelegenheiten hatten in dieser Phase die Gäste durch Krautschick (56.) und Paul Fromm, der völlig freistehend vorbei köpfte (59.). Dann glich Bischofswerda aus, wobei dem Tor ein Aussetzer in der Hintermannschaft vorausging und der eingewechselte Martin Sobe wenig Mühe hatte, einzulenken (61.).

Die Jähnisch-Elf überstand diese Druckphase der Nullachter und spielte sich wieder, so wie im ersten Durchgang, in die Partie. Jetzt gab es auch wieder Chancen durch Giebel (65.), Riemer (75.) und George Seturidze (81.). Als einem Bischofswerdaer der Ball an die Hand sprang, wertete dies der sichere Unparteiische nicht als strafbar. Er habe freie Sicht auf die Situation gehabt, so sein Statement hinterher.

Am Ende blieb es beim 1:1, das beide Trainer als leistungsgerecht einstuften. „Wir hatten uns viel vorgenommen und wussten, dass es ein heißer Kampf wird. So war es dann auch. Am Ende war es ein gerechtes Unentschieden. Mit dem Punkt müssen wir leben und ich denke, das kann auch Rudolstadt“, so die Meinung von Frank Rietschel auf der Pressekonferenz. Kollege Jähnisch pflichtete ihm bei und kam zu dieser Einschätzung: „Ich kann und muss mit dem Punkt leben. Da bleibt mir ja gar nichts weiter übrig. Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Wir müssen noch energischer und zielstrebiger verteidigen und auch unsere Möglichkeiten einfach konsequenter nutzen.“

Vehement lehnten es beide Übungsleiter ab, den Punkt als Garant für den Klassenerhalt zu sehen. „Wir brauchen noch einen Sieg“, war die übereinstimmende Meinung.

Die Statistik

FC Einheit

Bresemann  Giebel, Kühne,  Schlegel,  Barth, Riemer,  Krahnert,  Rühling,  M. Baumann (80. Seturidze), Zarschler (59. Fiedler), Rupprecht (80. Halbauer)

Bischofswerda

Kycek, Günther, Fromm, Hahn (88. Wendler) Grellmann, Cermak, Wockatz, Krautschick, Brandl (70. Schiemann), Zaldovskis (46. Sobe), Jacob

Schiedsrichter: Patrick Kluge, Zuschauer: 80

Torfolge: 1:0 Matthias Kühne (34.), 1:1 Martin Sobe (61.)

Hartmut Gerlach

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