FC Einheit Rudolstadt – SV 1890 Westerhausen 1:1 (0:1)

Das Glück in der Nachspielzeit erzwungen

Dass man in der Situation, in der sich der FC Einheit nach drei Oberligaspielen ohne Punkt befindet, keinen Hochglanzfußball erwarten konnte, war auch Trainer Holger Jähnisch klar. Doch er fand nach dem, wie auch Gästecoach Marco Wagner in seinem Resümee sagte, gerechten Ergebnis, dass seine Schützlinge das Glück erzwungen haben. „Wir sind dran geblieben und haben versucht, das Glück und das Schicksal zu erzwingen. Dafür war Florian Giebel bezeichnend. Er ist rein gekommen und hatte nicht viel Spielglück. Aber er hat es immer und immer wieder versucht und holt das Ding heraus, das uns am Ende den Punkt gebracht hat.“

Da lief bereits die Nachspielzeit, in der Giebel, der verletzungsbedingt und Trainingsrückständen noch längst nicht am Limit ist, im Strafraum von den Beinen geholt wurde. Den fälligen Elfmeter verwandelte Maximilian Schlegel sicher (90.+3).

Bis dahin war im fairen Duell gegen das „unbeschriebene Blatt“ SV 1890 Westerhausen aus dem Harz eine Partie abgelaufen, in der man die Verunsicherung auf Seiten der Gastgeber schon gespürt hat. Oft landeten Pässe beim Gegner oder im Aus, die langen Bälle nach vorn fanden in vielen Fällen keinen Abnehmer und auch die Torgefahr der Rudolstädter hielt sich in überschaubaren Grenzen.

Das lag natürlich auch am Gegner, der von Wagner für seine Leistung im ersten Durchgang ein dickes Lob bekam. „Die erste Halbzeit fand ich sehr, sehr gut von uns. Wir haben taktisch diszipliniert gespielt, hatten viele ‚Sachen’ und sind über einen Standard in Führung gegangen. Rudolstadt hatte, glaube ich, gar nichts. Das haben wir sehr gut gemacht.“

So ganz ohne Möglichkeiten blieb die Einheit jedoch nicht. So hätte ein Rückpass der 1890er und der nachfolgende Pressschlag von Sven Rupprecht – der hatte die Situation geahnt – mit Torhüter Vjaceslavs Serdcevs fast die Führung gebracht. Doch das Leder trudelte um Zentimeter am Pfosten vorbei (32.). Besser machte es da der Gegner. Nach einem nur kurz abgewehrten Eckstoß erkämpfte sich der SV den „zweiten Ball“, fand den freien Florian Köhler, der die genaue Flanke einköpfte, wobei das Leder noch an den Innenpfosten ging (41.).

Nur wenig später (43.) verlängerte der erneut sehr laufstarke Rupprecht einen Ball mit der Hacke, doch auch hier fehlten die berühmten Zentimeter (43.)

Westerhausen wollte, sagte ihre Übungsleiter, in der zweiten Halbzeit so weitermachen wie in den ersten 45 Minuten. Doch jetzt habe Rudolstadt das Zepter in die Hand genommen, räumte er ein. „Der Gastgeber hat besser und schneller gespielt und viele Verlagerungen gehabt, die uns weh getan haben“, befand der SV-Trainer.

Aber den Hausherren fiel es immer wieder schwer, gegen eine dicht gestaffelte,  mit vielen Spielern die Räume verengende Mannschaft Lücken zu reißen. Zumal man auch immer wieder aufmerksam sein musste bei den Kontern des Kontrahenten. Fast wäre nach 53 Minuten die Erhöhung der Führung für den Gast gelungen, aber der Abschlusskopfball flog über die Querlatte des von Max Bresemann gehüteten Tores. Die Antwort war ein Schuss von Schlegel, der zur Ecke abgelenkt wurde (56.).

Danach warteten die Zuschauer vergeblich auf weitere Chancen. Erst in den Schlussminuten wurde es  in den Strafräumen wieder aufregend. Zunächst verpasste der völlig freie, eingewechselte Cedrik Staat bei einem Bilderbuchkonter seiner Wolfsberg-Elf das zweite Tor (86.). „Den Megariesen muss er machen“, ärgerte sich Marco Wagner.

So blieb die Einheit im Spiel, hatte durch den eingewechselte James-Kevin Nahr selbst eine sehr gute Einschussmöglichkeit (90.) und kam schließlich doch noch zum Ausgleich. Ein Punkt, der sicher der Moral der Grün-Gelben gut tut.

Holger Jähnisch fasste seine Sicht der Dinge abschließend so zusammen: „Das, was wir heute am Ende gezeigt haben, müssen wir immer über das gesamte Spiel abrufen. Die Verletzungen und Ausfälle bei uns können keine Entschuldigung sein. Unser Kader muss trotzdem in der Lage sein, in der Liga zu bestehen und Siege zu holen. Da haben wir noch großes Potenzial nach oben.“

Die Statistik

FC Einheit:

Bresemann,  Horack (63. Schneider), Szymanski,  Schlegel,  Fiedler (63. Giebel), Riemer,  Krahnert, Rühling,  M. Baumann (83. Zarschler),  Rupprecht (76. Nahr),  Seturidze

SV 1890

Serdcevs, Hey, M. Köhler,  Hägemann, St. Köhler, Kolzenburg (76. Zimmermann), Eheleben (88, Alhndi),  Buschke (88. Könemann), Franceschi, Hinrichsmeyer (63. Staat), de Souza Bonfim

Schiedsrichter: Nico Lorenz, Zuschauer: 88

Torfolge: 0:1 Florian Köhler (41.), 1:1 Maximilian Schlegel (90.+3/Foulelfmeter)

Hartmut Gerlach

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