Max Bresemann – im Verein nicht nur als Oberligakeeper bekannt

Wenn man, wie Max Bresemann, nur gut 300 Meter vom Städtischen Stadion entfernt wohnt, dann ist es natürlich leichter als für jemanden, der in Jena oder Schmölln wohnt, einmal bei einem Spiel der Zweiten, Dritten oder des Nachwuchses vorbei zu schauen. Und das tut der Stammkeeper der Oberligavertretung durchaus häufig. Deshalb kennt man ihn im Verein – und dies nicht nur von den bislang 81 Einsätzen in den Spieljahren ab dem 1. Juli 2016. „Ich denke, dass ich im Verein ein gutes Ansehen habe. Jeder kennt mich und weiß, dass er immer mit mir reden kann“, sagt er völlig berechtigt. Dank seiner Initiative wurde eine Instagram-Seite ins Leben gerufen, die er auch selbst betreut.

In Jahren von 2016 bis heute lag eine kurze Zeit beim FC An der Fahner Höhe dazwischen. Warum er am 01.07.19 zum damaligen Thüringenligisten wechselte, erklärt Max so: „Ich habe zwar meine Ausbildung zum Physiotherapeuten in Saalfeld gemacht, war aber sehr häufig in Erfurt mit Praktika eingesetzt. Zudem brauchte ich bis nach Dachwig von der Landeshauptstadt, wo ich gewohnt habe, nur eine gute Viertelstunde. Bei Fahner war der Zeitaufwand mit nur zweimaligem Training nicht ganz so groß. Es war eine schöne Zeit, denn ich habe viel Jungs, mit denen ich bei Rot-Weiß Erfurt gespielt habe, hier wieder gesehen. Natürlich hat beim Wechsel auch eine Rolle gespielt, dass ich bei der Einheit wenig oder gar nicht gespielt habe. Nach meinem erfolgreichen beruflichen Abschluss hatte sich meine berufliche Situation wieder verändert und ich bin seit Sommer 2018 in Rudolstadt tätig.“ Der Kontakt zum Oberligaverein sei vor allem dank der Bemühungen von Tim Ackermann nie abgerissen.

„Ich habe nach Rückkehr rasch wieder Fuß gefasst“, fügt er hinzu. Auch beruflich läuft es gut. Gemeinsam mit Vater Sven betreibt er eine GbR. Auf der Visitenkarte von Sohn Max stehen die Qualifikationen „Staatlich geprüfter Physiotherapeut, Rückenschullehrer (Lizenz nach Kddr) und Kinesiotaping nach Pino“. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Präventionskurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Betreuung von Sportvereinen, die mobile Physiotherapie und die Einzelbetreuung von Sportlern. Gegenwärtig ist das übrigens ein Nachwuchskicker von Erzgebirge Aue. Er sei für die Kindergärten und Grundschulen bis in den Raum Ilmenau/Arnstadt zuständig und führe Fortbildungen für LehrerInnen und ErzieherInnen durch, sagt er.

Geboren ist Max in Berlin. Nach Rudolstadt verschlug es die Familie, als Vater Sven, später gemeinsam mit Norbert Oertel erfolgreicher Trainer im Nachwuchs des FC Einheit, die Aufgabe eines Geschäftsführers des Erlebnisbades Saalemaxx übernahm. Filius Max, der sich in seiner Geburtsstadt ein wenig im Fußball probiert hatte, wie er selbst sagt, besuchte ab sofort die Westschule und spielte bei Einheit in den Bambinis und F-Junioren. Hier waren Erich Mörtl und später Harald Sundmacher seine Übungsleiter. Ab Klasse 5 wechselte er an das Gymnasium der Heidecksburgstadt und auch den Verein, denn der hieß nun VfL 06 Saalfeld. Mit der 7. Klasse wurde er Schüler am Sportgymnasium Erfurt und spielte natürlich beim FC Rot-Weiß Fußball.

In den BI-Junioren angekommen, sichteten Scouts von Energie Cottbus den Rot-Weißen. Erneut stand für den Torhüter ein Tapetenwechsel an. Von 2011 bis 2014 kickte er in der Oberlausitz in der U17-Bundesliga. Als die Cottbuser aus eben derselben abstiegen, ging er zurück zur RWE und damit wieder, mittlerweile in der U19, in die höchste deutsche Spielklasse, die Bundesliga. In Erfurt machte Max auch sein Abitur, um danach eine Ausbildung zum Physiotherapeuten zu beginnen, Es folgten, bevor es ihn zurück in den neuen Wohnort seiner Eltern zog, zwei Jahre in der 2. Mannschaft. Die gibt es heute nicht mehr, aber sie war damals so wie Rudolstadt in der Oberliga vertreten.

Im Rudolstädter Oberligateam hat sich der Keeper auch nach seiner Rückkehr rasch wieder einen guten Stand erarbeitet. „Ich bin selbstbewusst, ehrgeizig und will immer gewinnen“, sagt er über sich selbst. Das hat er in vielen Spielen in der Oberliga mit seinen Teamgefährten auch geschafft. Dass auch einmal ein Fehler unterläuft, ist bei jedem Torwart normal. „Natürlich ärgere mich danach darüber, aber ich lasse den Kopf nicht hängen und nehme immer das Positive mit“, lautet die Devise des 26-Jährigen, wobei sich der Verfasser nicht an gravierende Aussetzer des Einheit-Schlussmanns erinnern kann. Wichtig sei ihm immer auch das Vertrauen des Trainers, fügt Bresemann hinzu.

Und das hat er, zumal er, um auf weitere Stärken einzugehen, auf der Linie stark und ein mitspielender Keeper mit beachtlichen technischen Fertigkeiten ist. Er beherrscht den Strafraum und gilt auch als kommunikativer Typ auf dem Feld, der die Abwehr organisieren kann. Verbessert habe er auch sein Stellungsspiel, das ihn befähigt, lange Bälle abzufangen und vor dem Angreifer vor Ort zu sein. Er habe zudem in den letzten Jahren jede Menge Erfahrungen sammeln können. Und was gibt es zu tun? Darauf antwortet er so: „Das Hauptaugenmerk liegt immer noch darauf, nach Corona wieder in Fahrt zu kommen.“

Natürlich belebt Konkurrenz das Geschäft. Das war so, als Tim Ackermann, Alexander Glaser oder Adam Marczuk bei der Einheit auch zwischen den Pfosten standen und sich Max den Zweikämpfen auf der Torhüterposition stellte, als auch jetzt, wo Leri Natradze sein Konkurrent auf der Torhüterposition ist.

Gemeinsam mit der Freundin, mit der er auch zusammen wohnt, hat er sich einen Hund angeschafft, der für Therapiezwecke ausgebildet werden soll. Deshalb besucht er mit Herrchen oder Frauchen zunächst auch zwei Mal pro Woche die Hundeschule.

Aber die Zeit, Spiele der Vereinsmannschaften zu besuchen, nimmt sich Max Bresemann. Vielleicht wächst da ein neues Vorstandsmitglied heran … .

Hartmut Gerlach

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