FC Einheit Rudolstadt – 1. FC Merseburg 3:0 (1:0)

Erwarteter Heimsieg hätte deutlicher ausfallen können

Natürlich war ein Heimsieg der Grün-Gelben wenige Tage nach dem 71. Vereinsgeburtstag gegen den 1. FC Merseburg eingeplant, aber die Partie wurde auch in Anbetrachts des spielstarken Kaders des Tabellenschlusslichts kein Selbstläufer. Auch wenn der FC Einheit in beiden Halbzeiten zu frühen Toren kam. Doch die Rudolstädter verpassten es, schon viel früher für klare Verhältnisse zu sorgen, denn sie ließen eine Vielzahl von klaren Chancen aus. Es habe bei seiner Mannschaft an der letzten Konsequenz gefehlt, kritisierte Holger Jähnisch bei aller Freude über den siebten Sieg im 13. Spiel vor allem die Verwertung der Möglichkeiten. „Wir hätten eigentlich 5:0 oder 6:0 gewinnen müssen“, sagte der Einheit-Coach.

Die Gastgeber begannen konzentriert und hatten durch Georg Kaiser, einen der beiden Sechser, mit einem Kopfball, der das Merseburger Gehäuse nur knapp verfehlte, die Gelegenheit zur Führung (8.). Fünf Minuten darauf Durcheinander im Strafraum der Mannschaft aus Sachten-Anhalt. Die Verteidigung kann nicht klären und Sven Rupprecht platziert die Kugel aus zehn Metern im unteren linken Eck (13.).

In der Zeit danach besaßen erneut Rupprecht (14.) und auch noch einmal Kaiser (16.) Chancen, das Resultat weiter in die Höhe zu schrauben. Das gelang nicht und so kam der Gast allmählich besser ins Match. Das sah auch Andrè Jäntsch, der überraschend für den neuen Trainer Sandro Franze mit dem Hinweis eines Merseburger Funktionärs, dass man ja ein Trainerteam habe, zur Pressekonferenz erschien, so: „Das frühe 0:1 war ein Nackenschlag für uns. Wir sind dann aber recht gut ins Spiel gekommen, obwohl der Gastgeber mehr Vorteile hatte.“

Nach 34 Minuten kam auch das Tabellenschlusslicht zur ersten Einschussmöglichkeit, aber der bis dahín nicht geprüfte Max Bresemann wehrte den scharfen und präzisen Schuss von David Engojan, einem von 15 Aktiven mit einem ausländischen Pass, zur Ecke ab.

Dann der „Riese“ des Spiels für den wie immer kampf- und laufstarken Benjamin Bahner, der keinem Zweikampf aus dem Wege ging. Er hatte plötzlich im Strafraum völlig freie Bahn und auf der Torlinie stand im linken Eck nur noch ein Gästespieler. Doch ausgerechnet dorthin zielte der sonst so treffsichere Angreifer und Merseburg entging kurz vor dem Halbzeitzeichen (41.) des unauffälligen jungen Referees einem fast schon am Sprecherturm angezeigten Gegentor.

„Nach der Pause kommen wir gut heraus und gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir hatten dann sogar die Chancen zum Ausgleich. Doch die nutzen wir nicht und fangen dann das zweite Tor“, beschreibt Jäntsch die Situation der ersten elf Minuten nach Wiederbeginn. In der parierte Bresemann einen Schuss aufs kurze Eck mit einer hervorragenden Tat (51.) und da fiel auch das 2:0. Nach einem Fehler des Tabellenletzten ging die Post schnell über Nils Halbauer und Sven Rupprecht ab. Der bediente den mitgelaufenen Maximilian Schlegel und dieser traf direkt aus freier Position (56.).

Dieser Treffer kratzte wohl an der Moral der Sachsen-Anhaltiner. Er habe den Rest des Spiels seiner Mannschaft kaputt gemacht, befand Andrè Jäntsch. Zwar prüften die den Einheit-Keeper noch einmal (60.) – Bresemann klärte im Herauslaufen – aber danach lagen bei Chancen auf der Gegenseite von Schlegel (66.) und Bahner (74., 76.) – er hätte wohl an diesem Tag auch in drei Spielen kein Tor erzielt – weitere Tore in der Luft. Erst Niels Noak traf noch. Er setzte klug seinen Körper ein, hatte freie Bahn und versenkte die Kugel aus elf Metern im Kasten der Gäste (84.). Fast wäre dem 20-Jährigen in der Schlussminute noch der vierte Treffer gelungen.

Holger Jähnisch bewertete das Auftreten seiner Schützlinge so: „Anerkennung, dass wir die Marschrichtung, das Spiel zu gewinnen und möglichst zu null zu spielen, geschafft haben. Es ist so wie letztes Wochenende: Wenn man gewinnt, ist es einfacher, Dinge anzusprechen. Es muss einfach unser Anspruch sein, dass wir die vielen Räume besser nutzen und Chancen konsequenter zu Ende spielen. Das hat auch nichts mit Training zu tun, das ist vielmehr reine Kopfsache.“

Die Statistik

FC Einheit:

Bresemann,  Kühne,  Kaiser (82. Seturidze), Schlegel,  Halbauer (81. Schack), Barth, Krahnert,  Rühling,  Zarschler (61. M. Baumann), Bahner (90.+1 R. Baumann),  Rupprecht (61. Noak)

1.FC Merseburg

Gibki, Ayanbadejo, Bellair, B. Shisha, Engojan (61. Luckiewicz), Muca (74. Tsipi), Aljindo, Kürschner (86. Gkouvas), Friedrich, Mittler, Ronneburg (61. Rayko)

Schiedsrichter: Paul Werrmann, Zuschauer: 105

Torfolge: 1:0 Sven Rupprecht (13.), 2:0 Maximilian Schlegel (56.), 3:0 Niels Noak (84.)

Hartmut Gerlach

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