FC Einheit Rudolstadt – FC Carl Zeiss Jena II 1:3 (1:2)

Hajrulla machte den Unterschied

Romarjo Hajrulla teilt das Los vieler Torjäger. Sie sind im Spiel nur wenig zu sehen, machen aber die entscheidenden Tore und damit den Unterschied. So war es auch bei dem Jenaer Angreifer, der zwar am Samstag in der Pokalpartie in Martinroda zum Einsatz kam, aber, so Trainer Heiko Weber, nicht zum Kader der Ersten gehört, weil er sich etwas verzockt habe.

Doch diesmal zeigte er seine Qualitäten. Zwei Mal ließen die Gastgeber dem Schützen allerdings zu viel Platz und der „bedankte“ sich zunächst mit einem attraktiven Seitfallzieher aus 16 Metern Marke „Tor des Monats“, um dann binnen vier Minuten mit einem Schuss, gleichfalls aus dieser Distanz, kurz vor der Pause „nachzuwaschen“.

„Es waren zwei Traumtore Tore aus dem Nichts“, befand Jenas Coach und setzte bei der Pressekonferenz hinzu, dass ein Unentschieden wohl dem Spiel am ehesten gerecht geworden wäre. Aber, so Weber wörtlich: „Was ist schon gerecht im Fußball?!“Im vorgezogenen bzw. ganz wie man will, nachgeholten Derby, ging es wie bei unzähligen Vergleichen in der Oberliga zuvor auf beiden Seiten mit viel Engagement und Kampf zur Sache. Aber der überzeugende Thüringer Unparteiische Reinhard Meusel kam mit je einer Verwarnung aus. Zudem war die Atmosphäre zwischen beiden Lagern, auch das ist die Regel, vor und nach Spielbeginn ausgesprochen entspannt und gewohnt herzlich. Das bestätigte auch der Sprecher des Fan-Clubs „Rumpelstilzchen“, Andreas Hahn in einem kurzen Statement.

Beide Mannschaften begannen bei hochsommerlichen Temperaturen zunächst abwartend und so gab es mehr als eine Viertelstunde lang keine Torraumszene. Doch nach 17 Minuten setzte Maximilian Schlegel zur präzisen Flanke von rechts an, fand im Strafraum den frei stehenden Kapitän Marco Riemer und der netzte unhaltbar per Kopf ein.

Dieser Treffer gab den Rudolstädtern Auftrieb und die kamen, das anerkannte auch der FCC-Trainer so, zu zwei „Riesen“. Zunächst scheiterte Sven Rupprecht nach Solo an Jenas Schlussmann Alexios Dedidis (28.). Wenig später (33.) kratzte der Keeper einen Schuss von Rupprecht nach feinem Zuspiel von Riemer mit einer phantastischen Abwehrtat von der Linie (33.).Gegenüber Max Bresemann war erst nach 40 Minuten gefordert. Er verhinderte beim Kopfball von Max Grimm den möglichen Ausgleich.

Dann folgten die beiden Hajrulla-Tore, die Jähnisch so sah: „Wir haben den Gegner mit ein paar Fehlpässen und eine Überzahlsituation, wo ich mir gewünscht hätte, dass wir den Angriff unterbinden, zurückgeholt und damit an beiden Toren von Jena eine Aktie.“

Die Einheit versuchte im zweiten Durchgang dem Spiel eine andere Richtung zu geben. Aber Fortuna trug an diesem Nachmittag nicht die Farben grün-gelb. So bei der Chancen des jungen Ron Wachs, der sich nicht traute, direkt abzuziehen (57.) oder ganz besonders beim Schuss an den Innenpfosten von Riemer (68.). Auch der Kopfball des eingewechselten Benjamin Bahner (80.), der in der Nacht aus den USA zurückgekehrt war, fand nicht den Weg ins Jenaer Gehäuse.

Dann Durcheinander im Fünfmeterraum der Zeissianer, aber kein Einheit-Akteur konnte den Ball über die Line stochern (90.). Kurz zuvor verpasste Tarkan Ücüncü, der aufgrund der weit aufgerückten Abwehr der Platzherren frei durchlaufen konnte, die Möglichkeit zur Entscheidung (88.).

In der Nachspielzeit machte er es dann besser und verwandelte, allein auf weiter Flur, sicher.Natürlich war der Trainer der Einheimischen nach Spielschluss enttäuscht, aber er wusste auch, woran es unter anderem lag, dass seine Elf als Verlierer den Platz verließ: „Die letzten drei Wochen haben uns nicht gut getan, da wir in Sachen Fitness noch einiges aufzuarbeiten haben Wir wussten, dass wir es gegen einen Kontrahenten wie Jena, das neben Erfurt den höchsten Trainingsumfang hat, schwer haben, in so einer Situation das Blatt noch zu wenden. Aber wir haben es versucht“, sagte Holger Jähnisch.

Pendant Heiko Weber war mit dem Spiel seiner Mannschaft trotz des Sieges insgesamt nicht zufrieden. „Aber wir sind natürlich froh, dass wir hier gewonnen haben und Holger wird nächste Woche siegen.“Vielleicht hat Rudolstadt dann den Spieler, der den Unterschied macht …

Die Statistik

FC Einheit:Bresemann, Kühne, Szymanski, Schlegel, Bartholomäus, Riemer (70. Bahner), Krahnert (57. Giebel), Schack, Rühling, Rupprecht (78. Halbauer), Wachs (75. Seturidze)

FC Carl Zeiss II:Dedidis, Thoma, Rehder, Kerasidis (34. Wagner), Hajrulla, Grimm (59. Jobst), Horack, Hagemann (70. Nieswandt), Heublein (70. Zerbe), Feistner (59. Ücüncü), Kovacevic

Schiedsrichter: Reinhard Meusel,

Zuschauer: 155

Torfolge: 1:0 Marco Riemer (17.), 1:1, 1:2 Romarjo Hajrulla (40., 44.), 1:3 Tarkan Ücüncü (90.+3)

Fotos: Torsten Scherer (Zeulenroda/FCC)

Hartmut Gerlach

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