Sicht Wacker Nordhausen:  FC Einheit Rudolstadt – Wacker Nordhausen 2:0

So liest sich der Bericht des Oberligaspiels vom Freitagabend aus der Sicht des FSV Wacker 90 Nordhausen:

Erste: “Eine Schallplatte, die sich wiederholt”

“Eine Schallplatte, die sich wiederholt” lautete der erste Satz von Maximilian Dentz nach der Niederlage in Rudolstadt. Warum das so ist, erklärt unser Cheftrainer so: “Gleiches Spiel wie letzte Woche Samstag. Wir verschlafen die ersten 10 Minuten, gehen dadurch in Rückstand und so verschiebt sich das Spiel. Wir selbst haben in der ersten Halbzeit eine gute Möglichkeit, die wir machen müssen. Dann reden wir von Effektivität. In der zweiten Halbzeit ist es kein schönes Spiel mehr. Der Gegner steht tief hinten drin, wir nur “alles lang”. Wir hauen uns rein, haben noch eine Hundertprozentige. Machen sie aber nicht. Am Ende des Tages ist Oberligafußball Männerfußball. Und das müssen wir den Jungs ankreiden, dass sie in den entscheidenden Momenten nicht nah genug an den Gegenspielern waren und die Zweikämpfe nicht gewonnen haben. Jetzt heißt es für uns nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Wir haben noch vier Spiele, wir müssen weiter anschieben und versuchen jetzt zu Hause mit einem Dreier, irgendwo diesen Platz zu verteidigen oder weiterhin über den Strich zu stehen.”

Es wäre zu einfach die Niederlage nur daran festzumachen, dass mit Felix Schwerdt und Hagen Pietsch zwei Stammkräfte wegen Gelbsperren fehlten.Es zog sich allerdings wie ein roter Faden durch unser Spiel, dass aus dem Mittelfeld heraus zu wenige Impulse kamen, um den Gegner damit vor ernsthafte Probleme zu stellen. Das hatte natürlich auch damit zu tun, dass wir in vielen Zweikämpfen zweiter Sieger waren oder gar nicht erst in die Situation kamen, um Zweikämpfe zu führen. Als nach 120 Sekunden das Leder zum ersten Mal in unserem Tornetz zappelte, begann sich die eingangs erwähnte Schallplatte bereits zu rotieren. Doch wenn der Kopfball von Paul Kohl in der Anfangsphase nach Eckstoß nicht über das Tor, sondern in den Rudolstädter Kasten reingefallen wäre, hätte sich das Schellack vielleicht in die andere Richtung gedreht. Auf der anderen Seite klappte es besser. Wacker wurde schulbuchmäßig ausgekontert und Bahner netzte zum 1:0 für die Gastgeber ein. Unsere Mannschaft tat sich schwer, hatte jedoch durch Elias Gorges eine gute Abschlussmöglichkeit. Auf der anderen Seite ist es Riemer, der frei vor Sabri Vaizov auftauchend in letzter Sekunde am Torschuss gehindert werden konnte (36.). Noch vor dem Seitenwechsel war der Arbeitstag von Erik Schneider beendet, für den es verletzungsbedingt nicht mehr weiter ging.

Im zweiten Durchgang war Wacker deutlich bemühter. Eine Partie, die vom Gastgeber als “großes Thüringenderby” beworben wurde. Doch von Derby oder Abstiegskampf war weiterhin wenig zu sehen. Der Doppelwechsel von Will und Riemekasten in der 59. Minute belebte unsere Angriffsbemühungen, doch die Rudolstädter Gefahrenzone blieb weiterhin weitestgehend unantastbar. Bis Robert Knopp in der 68. Minute im Strafraum einen ordentlichen Bodycheck erhielt und fast eine Pirouette drehte. Doch der Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Wacker arbeitete sich an abgezockt agierenden Rudolstädtern ab und bestritt nach Doppelgelb für Paul Kohl die letzten 10 Minuten plus X in Unterzahl. Der eingewechselte Kevin Schlesier hätte nach Vorarbeit von Julius Schmidt zum Matchwinner für uns werden können, doch im vielbeinigen Gewusel vor dem Rudolstädter Tor war es für den Kapitän unserer U19 auch relativ schwierig, dass Runde ins Eckige zu bugsieren. Dass Riemer in der Nachspielzeit noch das 2:0 erzielte, ist geschenkt.

Die Rudolstädter Schmähgesänge und die minutenlange Titulierung als “Absteiger” nach Spielende muss man in dieser Situation sicherlich über sich ergehen lassen. Dennoch trafen sie ins Mark und sollten jetzt auch dem letzten Nordhäuser klar vor Augen geführt haben, dass der Mai der Wahrheit begonnen hat. Die Spiele werden weniger und der Druck immer größer. Doch nicht nur für uns, sondern auch für die Konkurrenz. Wir müssen jetzt die Wunden lecken, noch enger zusammenrücken und dann im Heimspiel gegen Einheit Wernigerode am 14.05. stärker denn je zurückkommen. Denn noch haben wir es in der eigenen Hand! Unseren angeschlagenen Spielern Sabri Vaizov und Erik Schneider sagen

F.d.R. Hartmut Gerlach

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